Swisswatches Montblanc Heritage Pulsograph Limited Edition 100 001

Montblanc Heritage Kollektion - Eine Liaison zwischen Vintage und Moderne

Davide Cerrato, Managing Director Watch Division bei Montblanc hat sich wieder auf Spurensuche begeben. Er ist einer der wenigen Menschen, der Zugang zu den heiligen Hallen von Minerva hat, dem Archiv in Villeret, in dem er wie ein Archäologe nach den Schätzen der 160 Jahre alten Uhrenmarke sucht, die seit 2007 zu Montblanc gehört. Im letzten Jahr, zum 160-jährigen Bestehen der Maison, die sich Anfang des 20. Jahrhunderts einen Namen mit akkuraten Chronographen machte, hat Cerrato bereits ein beachtliches Konglomerat an historischen Nachlässen aus seiner Schatztruhe, dem Archiv von Minerva vorgestellt.

Es wird munter weitergefeiert und Anfang des Jahres präsentierte Montblanc eine neue Heritage Kollektion, die nun im Handel Einzug hält. Im modernen Gewand kokettieren die Dress Watches mit der Eleganz der 1940er und 1950er Jahre, wo Lachsfarben, Karamellfarben und Silbrigweiß mondän waren. Wir stellen fünf unserer Highlights aus der Kollektion vor.

HERITAGE PULSOGRAPH LIMITED EDITION 100

Ein Highlight der Kollektion ist sicherlich der neue Heritage Pulsograph Limited Edition 100. Die ‚Arztuhr‘, mit der sich – wenn man ein Nostalgiker ist – mechanisch der Herzschlag eines Menschen berechnen lässt, ist inspiriert von den Minerva Chronographen der 1920er Jahre, die vor allem auch wegen ihres akkuraten Kalibers 13.20 sehr geschätzt wurden. Im Jahr 2013 hat Montblanc bereits einen Pulsograph vorgestellt, das Kaliber 13.20 modifiziert und mit einem Ein-Drücker-System (MB M 13.21) ausgestattet.

Auch wenn sich das Werk der neuen Pulsograph zum 2013er Modell nicht verändert hat, wurde designtechnisch einiges verbessert. Dem Vorgänger Modell fehlten noch ein wenig die ästhetischen Feinheiten, fließende Konturen, Formschönheit und Finesse. Darüber hinaus wurden einige Vintage-Elemente vernachlässigt, wie die punktförmigen Indizes oder die arabischen Ziffern bei 12 und 6 Uhr, stattdessen wurden römische Ziffern und spitzzulaufende Indizes verwendet.

Dahingegen fällt einem bei der neuen Pulsograph sofort das gewölbte, lachsfarbene Zifferblatt mit gekörntem Stundenring und Sonnenschliff ins Auge. Die anthrazitfarbenen Stunden- und Minutenzeiger in Dauphine-Form sind gekrümmt, um sich dem gewölbten Zifferblatt anzupassen, das, genauso wie das Saphirglas in ‚Glass Box‘-Bauweise eine Hommage an die Vintage-Modelle ist.

Die gebläuten Sekunden- und 30-Minuten-Chronographenzeiger sind farblich etwas dezenter als im Vorgängermodell und passen sich daher stimmiger in das Gesamtbild des Zifferblatts ein. Die hellblaue Pulsmesserskala am Außenrand bildet dazu einen coolen modernen Kontrast. Über die Gehäuserückseite bekommt man einen offenen Blick auf das schön verzierte Handaufzug-Kaliber MB M13.21. Die Brücken bestehen aus rhodiniertem Neusilber mit Genfer Streifen und die Kanten wurden von Hand angliert.

HERITAGE MONOPUSHER CHRONOGRAPH

Eine weitere Reminiszenz an die präzisen Chronographen von Minerva erscheint nun auch in der Heritage Kollektion in Form eines Monopusher Chronographen. Minerva hat nämlich bereits in den 1920er Jahren Ein-Drücker-Modelle entwickelt, damals noch angetrieben vom Kaliber 17.29. Die Krone wird somit zur Start-, Stopp- und Reset-Funktion des Chronographen genutzt.

Im neuen Heritage Monopusher Chronograph läuft das Kaliber MB 25.12, ein automatisches Chronographenkaliber SW 510 von Sellita. Da die Sellita Werke denen von ETA technisch und preislich in nichts nachstehen, bietet Montblanc mit 4.700 Euro eine beachtlich attraktive Preislage für einen Monopusher. Auch hier werden alle wichtigen Vintage-Elemente aufgegriffen: das gewölbte, silbrigweiße Zifferblatt mit zwei verschiedenen Veredelungen, die punktförmigen Indizes und die Hilfszifferblätter der kleinen Sekunde (bei 9 Uhr) und des 30-Minuten Zählers (bei 3 Uhr).

Schaut man genau hin, erkennt man auf dem 30-Minuten Zähler eine Gliederung in Form von Strichen bei 3, 6 und 9 Minuten. Früher musste man bei Telefonaten mit Münzfernsprechern nach drei Minuten Geld nachwerfen. Diese kleine Spielerei ist übrigens auch bei der Pulsograph zu sehen.

HERITAGE PERPETUAL CALENDAR

Im Jahr 2014 hat sich Montblanc bereits mit dem Meisterstück Heritage Perpetual Calendar an einen ewigen Kalender gewagt. In nur fünf Jahren hat dieser eine gewaltige Entwicklung hingelegt. Montblanc hat das Werk des neuen Heritage Perpetual Calendar Limited Edition 100 überarbeitet und präsentiert das neue Manufakturkaliber MB 29.22. Es verfügt nicht mehr wie gewohnt über Hebel, sondern besteht ausschließlich aus Rädern, wodurch der Träger die Uhr über die Krone in beide Richtungen einstellen kann.

Eine extra eingebaute Sicherheitsvorrichtung verhindert, dass der Träger die Uhr zwischen 20:00 und 24:00 Uhr stellt und somit das Werk nicht beschädigt wird, denn in diesem Zeitfenster beginnt das Uhrwerk in der Regel die Funktionen auf den nächsten Tag zu wechseln. Eigentlich erfolgt das Umstellen ab frühestens 22 Uhr, aber Montblanc möchte hier nichts dem Zufall überlassen.

Auch das Design hat sich signifikant verändert. Die Uhr hat harmonische Konturen, ein aufwendig-gestaltetes, aber gut balanciertes Zifferblatt, kräftige Farben und ist nicht zu wuchtig. Das 40 mm Gehäuse hat eine Höhe von angenehmen 12.3 mm trotz des gewölbten Saphirglases in ‚Glass Box‘-Bauweise. Neben der Kalenderfunktion bietet die Uhr auch noch eine zweite Zeitzone, die vom Zentrum aus mit einem skelettierten Hilfszeiger angezeigt wird. Wie auch schon beim vorherigen ewigen Kalender, bietet Montblanc auch mit der Heritage Version eine attraktive Preislage für diese Komplikation. Die limitierte Rotgoldversion kostet 25.000 Euro. Die nicht limitierte Edelstahlversion kostet 15.000 Euro.

HERITAGE GMT + AUTOMATIC

Wer es etwas schlichter und übersichtlicher mag, aber nicht auf den Vintage-Charme der Heritage Kollektion verzichten möchte, für den hat Montblanc noch zwei weitere Modelle im Sortiment. Eine Heritage GMT mit zweiter Zeitzone und Milanaise Band (2.700 Euro) und eine Heritage Automatic in Edelstahl (2.150 Euro) oder Rotgold (7.900 Euro). Beide Uhren sind in verschiedenen Ausführungen erhältlich. Die Sfumato Lederbänder der Kollektion stammen wie gewohnt aus der Richemont Pelletteria in Florenz. Sfumato ist eine Technik der Ölmalerei, die man vor allem von Leonardo da Vinci kennt und die für weiche, verschwommene und rauchige Farben und Verläufe steht.

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