Montblanc - 160 Years Minerva Manufacture In Villeret 001

Montblanc feiert 160 Jahre Minerva

Auch in der Uhrenindustrie gibt es ständig irgendein Jubiläum zu feiern. Und obwohl die Geschichte der Uhren von Montblanc noch verhältnismäßig jung ist, dürfen die Hamburger schon 2018 ein ganz besonderes Jubiläum zelebrieren. Denn Minerva feiert 160-jähriges Bestehen. Die Maison wurde 1858 von Charles-Yvan Robert in Villeret gegründet und 2007 von der Marke Montblanc übernommen, die seither ihre Uhren-Kollektionen auf das gewaltige Erbe von Minerva aufbaut. Minerva wurde für ihre fortschrittliche Technologie für Chronographen Komplikationen bekannt und entwickelte bereits 1911 Stoppuhren, die in der Lage waren, eine zehntel Sekunde zu messen – 1916 sogar mit einer Messgenauigkeit auf die 100stel-Sekunde. Schnell wurde der Autorennsport und auch Piloten auf die Marke aufmerksam und nutzten die extrem akkuraten und verlässlichen Zeitmesser.

Ein Mann, der sich besonders um das Erbe von Minerva kümmert ist Davide Cerrato, der seit 2015 Managing Director Watch Division bei Montblanc ist. Er hat, unter der Leitung von CEO Nicolas Baretzki die Kollektionen angepasst und in Form gebracht. Sie basieren auf drei Säulen der Feinuhrmacherei: dem Abenteuer Bergsteigen auf der Grundlage der legendären Militäruhren (Montblanc 1858 Kollektion), der klassischen Feinuhrmacherei auf der Grundlage von klassischen Taschen- und Armbanduhren (Star Legacy Kollektion) und dem Rennsport auf der Grundlage von genauen Zeitmessern und Stoppuhren (TimeWalker Kollektion).

Vor allem hat Cerrato aber eine starke Geschichte um das Abenteuer Bergsteigen gebaut. Diesem Feld wird in der Jubiläums-Kollektion von 2018 besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Die 1858 Geosphère, die wohl markanteste Uhr aus der neuen Kollektion, orientiert sich an den Bergsteiger Uhren der 1920er und 30er Jahre. Als Hommage ist sie mit einer ganz besonderen zweiten Zeitzone ausgestattet – zwei rotierenden Welthalbkugeln auf denen mit roten Punkten die 7 höchsten Berge der Welt gekennzeichnet wurden. Technisch und mechanisch gesehen sind die Montblanc Uhren den heutigen Standards angepasst – ästhetisch gesehen orientieren sie sich sehr stark an den Originalen von Minerva.

Davide Cerrato kommt ursprünglich aus Turin, dem Geburtsort des Auto-Designs und er hat daher ein ganz besonderes Verhältnis zur Mechanik – sei es der Motor im Auto, oder das Werk in einer Uhr. Er bezeichnet den Motor als Metamorphose des Uhrwerks. „Es liegt in der Natur, dass Männer Autos und Uhren lieben“, so Cerrato. Als er bei Montblanc anfing und zum ersten Mal in die ‚heiligen Hallen’ des Minerva Archives in Villeret kam, wurde er abends von der Polizei überrascht, da er nach Sperrstunde noch immer in den vielen verstaubten Kisten vertieft war. Er fühlt sich dann wie ein Archäologe, der auf der Suche nach einem Schatz ist. „Das Archiv ist gigantisch, indem so viel Potential für die Zukunft steckt. Viele Teile sind von den Anfängen Minervas, also rund 160 Jahre alt“, sagt Cerrato mit funkelnden Augen.

Die Manufaktur in Villeret befindet sich im selben Gebäude, indem 1858 die legendäre Minerva Manufaktur gegründet wurde. Sie dient heute der Entwicklung und der Zusammensetzung aller intern gefertigten Uhrwerke, von großen bis zu kleinen Komplikationen. Seit 1996 gibt es noch eine weitere Manufaktur in Le Locle – hier findet vor allem die Qualitätssicherung statt, in dem die Uhren den Montblanc ‚Laboratory Test 500’ durchlaufen, also 500 Stunden Extremsituation für Uhr und Material. Cerrato ist in seiner Freizeit allerdings lieber in Villeret und durchforstet das Archiv nach neuen Schätzen.

Mit dem Know-how von Minerva ist Montblanc auf dem Tableau der großen Uhrenmarken angekommen. Die in-house Werke MB M13.21 und MB M16.24 sind von den historischen Minerva Kalibern 13.20 (erstes vollständig integriertes Chrono-Werk für Armbanduhren) und 17.29 (Monopusher-Chronograph mit Handaufzug) inspiriert. 

Sie sind sehr genaue und zuverlässige Werke, die etwas modifiziert und je nach Modell mit der ein oder anderen Komplikation ausgestattet wurden. Die beiden Welthalbkugeln der 1858 Geosphère – übrigens die Lieblingsuhr von Cerrato aus dieser Kollektion – sind technisch hoch kompliziert. Erstmals wurden sie in der Montblanc Villeret Tourbillon Cylindrique Geosphères vorgestellt, wobei hier der 3-D Effekt noch etwas besser zur Geltung kam.

Die Herausforderung war bei der neuen 1858 Geosphère, die prinzipiell selbe Technik zu einem attraktiveren Preis anzubieten. Übrigens ein Credo von Cerrato, was für die ganze 1858 Kollektion spricht. Preislich liegt die Kollektion zwischen 2.500,- Euro und 5.900,- Euro (ausgeschlossen der stark limitierten Modelle). Dafür bekommt man Spitzentechnik aus der Schweiz, die Nato Bänder werden in einer renommierten Fabrik in Frankreich hergestellt, die seit Generationen auf alten Webestühlen produziert und die Lederbänder kommen aus der Montblanc Pelletteria in Florenz.

Wenn man in die Zukunft von Montblanc Uhren schaut, setzt Davide Cerrato auf Beständigkeit und tobt sich lieber innerhalb der bestehenden Kollektion aus. Das Sortiment soll übersichtlich bleiben, so wie es momentan ist. Montblanc möchte seinen Kunden Emotionen, Freude und Technik vermitteln. Sie werden auch weiterhin mit unerwarteten Farbkombinationen überraschen, limitierte Editionen lanciert, aber eben alles innerhalb eines geordneten Sortiments. Neulich erst hat Cerrato wieder etwas Neues in einer Kiste entdeckt, das vielleicht schon bald in einer Montblanc Uhr zu sehen sein wird.

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