Swisswatches Breguet Classique Tourbillon Extra Plat Squelette 5395 004

Sichtlich aufgeschlossen: Breguet Classique Tourbillon Extra-Plat Squelette Ref. 5395

Es gibt architektonische Konstrukte, da fragt man sich von außen betrachtet, wie sie die enorme Last so scheinbar spielerisch tragen können. Ein solches Beispiel aus der Uhrmacherei zeigt nun auch Breguet mit ihrer neuen Classique Tourbillon Extra-Plat Squelette 5395, wo die stützenden Materialien so radikal reduziert wurden, dass sie gar nicht erst vorhanden zu sein scheinen. Trotzdem läuft das Uhrwerk so verlässlich, wie auch die vermeintlich fragilen Konstrukte wie Felsen in der Brandung stehen.

Verglichen mit den beiden Vorgängermodellen aus den Jahren 2013 und 2017, hat die Classique Tourbillon Extra-Plat eine wahre Metamorphose erlebt. Obwohl es sich um dieselbe Gehäuseform, dieselben Bandanstöße und eigentlich auch um dasselbe Werk (Kaliber 581) handelt, ist sie doch so anders. Die Platine und Brücken wurden um rund 50 Prozent skelettiert und alle sichtbaren Teile bis ins kleinste Detail guillochiert, graviert und angliert.

Das im Jahr 2013 erstmals vorgestellte extraflache Kaliber 581 wurde mit 3mm zu einem der flachsten Automatikwerke mit Tourbillon. Dafür wurde unter anderem auch die Schwungmasse peripher entlang der Platine angeordnet. Eine Methode, die inzwischen häufig bei flachen Uhren zum Einsatz kommt. Auch die Mechanik bleibt somit vollständig sichtbar. Bei der neuen skelettierten Referenz 5395 wurde das Tourbillon überarbeitet. Ein Trieb, der gewöhnlich unterhalb des Tourbillonkäfigs montiert war wurde entfernt, somit greift er direkt in das Räderwerk ein. Die Siliziumhemmung wurde speziell geformt, um sich besser dem skelettierten Werk anzupassen.

Bei dieser Uhr kommen einige Komplexitäten zusammen. Angefangen mit der flachen Bauweise des Tourbillons, das dank eines ziemlich modernen Federhauses eine ungewöhnlich hohe Frequenz von 4 Hertz aufweist und bis zu 80 Stunden ohne externe Kraft weiterläuft. Obwohl die einzelnen Uhrwerkskomponenten natürlich federleicht sind, braucht die Mechanik eine gewisse Stabilität, um zu funktionieren. Der Rotor, die Rädchen die ineinandergreifen oder auch das Federhaus erzeugen einen Widerstand, der aufgefangen werden muss. Im Atelier von Breguet hat man es geschafft, so viel Material wie möglich abzutragen und trotzdem die Funktionsweise nicht zu beeinträchtigen.

Bei der Verzierung schienen sich die Dekorateure an den wenigen verbleibenden Oberflächen regelrecht geklammert zu haben. Jeder sichtbare Zentimeter ist sorgfältig behandelt worden. Die skelettierte Platine wurde mit einem Diamantstichel im ‚Clou de Paris‘ Dekor guillochiert. Der Stichel aus Diamant soll für einen noch schöneren Glanz sorgen. Die Kanten wurden mit einer Feile auf eine Abschrägung von 45 Grad angliert. Das skelettierte Werk ist in einem für Breguet typischen kannelierten Gehäuse untergebracht und bei jedem Loch, in dem die 33 Rubinen eingebettet sind, wurden die Ränder von Hand eingearbeitet und anschließend ebenfalls angliert.

Wir lieben die blauen Akzente – wie die Indizes in gebläutem Gold und die römischen Ziffern, die jeweils auf das Saphirglas aufgetragen wurden zusammen mit den gebläuten ‚Pomme‘-Zeigern und dem ‚Breguet‘ Schriftzug auf der markanten Brücke. Bei der Platinversion wird dazu ein dunkelblaues Band angeboten – es würde aber auch dem Roségoldgehäuse ziemlich gut stehen.

Die Classique Tourbillon Extra-Plat Squelette 5395 ist ein gutes Beispiel, was die Kunst des Skelettierens wirklich bedeutet. Breguet ist es äußerst gut gelungen, den eher nüchternen Anblick eines ausgehungerten Werkes mit ihrem uhrmacherischen Savoir-faire ästhetisch massiv aufzuwerten.

Die Classique Tourbillon Extra-Plat Squelette 5395 gibt es mit einem grauen Uhrwerk im Roségoldgehäuse oder einem roséfarbenen Uhrwerk im Platingehäuse. Preis: 217.400,- Euro (Gold), 232.300,- Euro (Platin)

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